Eine Woche im Elsass / A week through Alsace

Nach einer Reise zu einer Hochzeit im September, oder so, haben wir kurzerhand beschlossen: mein Gott, das ist ja super-schön hier, lass uns doch einige der Urlaubstage die wir noch zu nehmen haben im Elsass verbringen.
Und nun ist est geschehen, wir waren da und was für eine Freude das war!

1. Tag: anreise nach Mulhouse, bummeln durch die stadt, super-lecker Abendessen in der Brasserie Oscar (danke Maggie+Franco!) und erste Begnegung mit dem dann pflicht Dessert der Woche le fondant/moelleux au chocolat amer. Übernachtung im schrulligen Hotel St-Bernard (Bett hing “etwas” durch, haben aber trotzdem gut geschlafen)

2. Tag: waren kurz nach 8 schon wach (kein Kommentar!), Vorhang auf: Sonne, blauer Himmel, somit schnell, Badezimmer, Frühstücken und losgefahren Richtung Guebwiller-Lautenbach, 6-Pack Evian in Eguisheim besorgt, mit Ziel: Lac de la Lauch). Umwanderung, mit Frost auf der Schattenseite und Sonnenbad gegenüber. Weiter nach Le Markstein, wo wir vom phenomenalem Ausblick über die Rheinebene bis hin zu Eiger, Jungfrau, Matterhorn und Mont Blanc überwältigt wurden. Also schneller gang über die Kuhwiese bis quasi am Abgrund (Corniche) . Wow, beeindruckend. Sonnenbad am Abgrund, Fotos, und Siesta in kleinwüchsiger Schrumpeleiche. Dann weiter richtung Norden, aber nach 500 m spontaner Boxenstop auf der Bergkuppe, im Skigebiet ohne Schnee, wo eine gläserne Kugel als Skibar mit Terrasse lockte. Toller Platz für einen kaffee in der Sonne und einen Plausch mit einem netten belgischen Pärchen. Danach einige Kilometer gefahren, wir müssen ja schliesslich auch weiterkommen aber da wir ja auch Hunger so langsam hatten, haben wir noch einen spontan-Stop eingelegt. Da war so ein schöner Grad-Weg, dem konnten wir nicht wiederstehen! Der zieht sich von einem Hügel zum nächsten Gras-Heide bewachsenen Hügel entlang der Route des Cretes. Nach ca. einer 1/2 St. war der höchste Hügel unser und der Picknick Korb konnte seinen Dienst antreten. Auf’m Weg dahin haben wir noch einen Paraglider mit Motor kreisen sehen, das muss ja ein toller Blick sein. Das Picknick war toll, wir haben sogar ein Fundstück für zukünftige Archeologen dagelasssen, die Abdeckung vom Aussenblitz der analogen Kamera. Toll. Übrigens, dieser Weg ist Teil des Fernwanderwegs GR5, der widerrum Teil des Europäischen Fernwanderweg E2 ist, der von von Schottland ans Mittelmeer führt. Dann zurück zum Auto und wieder einige Kilometer gefahren…da juckte es schon wieder, der Ausblick ist zu toll. Auto stehen gelassen und ab auf den Hohneck. Und wieder ein unglaublicher Ausblick. Ach, die Voguesen sind echt schön. Dann ging es nach Gerardmer, mit seinem schönen kleinen See. Dort einen kurzen Spaziergang an der Promenade und das eigentlich anwisierte Hotel abgescannt, sah aber ganz schön trüb aus, somit zurück hoch Richtung Col de la Schlucht, in die etwas weniger preiswerte Alternative, das Chalet Le Collet. Das war ein Volltreffer! Von A bis Z schlüssiges Konzept und zu unserem Glück war genau noch ein Zimmer frei. Das Abendessen war sehr lecker und dem folgte eine Runde Siedler und zwei runden Knobbeln. In dieser Zeit ging und kam der Nebel mehrmals. Am Ende ist er geblieben. Bis zum nächsten Morgen!

3. Tag: ein knaller Frühstück, mit der bis Dato tollsten lösung für gekochte Eier auf einem Buffet: kochendes Wasser mit kleinen Tauch-Sieben, in die man sein Ei reinlegt und abtaucht. Eiersanduhr umdrehen und das wars. Auch das selbst-gebackene Brot, die Marmeladen, die Email Kaffee- und Milchkannen, blablabla, einfach toll. Und unser belgisches Pärchen von gestern war auch wieder da. Nach diesem weiteren Gaumenschmauss ging’s dann los, Col de la Schlucht hoch und hinten nach Colmar runter. Im Nebel….aber ca. 3-4 Minuten nach dem Pass, in der Abfahrt, hinter ‘ne Kurve, schwups, weg mit dem Nebel und wieder mal spontan-Bremsung um das Naturspektakel zu beobachten. Das sah toll aus, der Nebel hat sich so-zu-sagen dem Hang entlang ins Tal gegossen. Wahnsinn! Dann ging es weiter ab ins Rheintal zurück, durch die Stinke-Käse-Stadt Munster, kurz vor Turkheim, in Wintzenheim, sind wir dann auf die Route des 5 Châteaux abgebogen und haben natürlich alle 5 Burgen endlang des Weges besichtigt. Dadurch haben wir auch 3 Stunden für die 11 Km bis Eguisheim gebraucht aber egal! Dann ging es weiter nach Colmar und sein berühmtes Petite Venise Viertel, wodurch unsere alte Bekannte die Lauch fliesst. Schön durch die Stadte flaniert, in einem Tee-Salon uns etwas warmes reingezogen, war mittlerweile ganz schön frisch und dann weitergefahren nach Kaysersberg, um eine Kunstgläserei zu besichtigen. Leider hatten wir den Prospekt nicht zu Ende gelesen, das Atelier hat am Sonntag zu! Egal, sind durch Kaysersberg spaziert, das ist ein durchaus schönes Dorf, wahrscheinlich eins der schöneren im Elsass. Und dann ging es endlich nach Ribeauvillé, unser Übernachtungsziel des Tages. Zum Glück war es ja nur einige wenig Km weiter aber unsere Gundula wollte uns wieder mal über komische Umwege dorthin führen. Zum Glück haben wir ja auch noch unseren Verstand und sind somit ohne Navi-Hilfe dorthin gekommen. Nach einem Spaziergang durchs Dorf, haben wir unsere angepeilte Unterkunft, das Hotel du Mounton unter die Luppe genommen, für gut befunden und uns einquartiert. Das Hotel du Mouton gibt es schon seit dem 14 Jh. und ist somit eins der ältesten Hotels in ganz Frankreich. Und dann noch so passend für unsere Reise-Schafe, das konnte nur was werden. Nach kurzem Nickerchen, bzw. Dusche, Abendessen und abschliessend ein paar Runden Knobblen auf’m Bett, Gute Nacht!

4. Tag: Nach einer erholsamen Nacht, schnelles Frühstück, ein kleiner Spaziergang durch das sehr schöne Dorf. Man muss ja wirklich sagen, wenn man in Deutschland die Fachwerkstrasse sich ankuckt, das ist ja gar nichts gegen sämtliche Dörfer im Elsaß.
Nun aber ab zum 1. Ziel des Tages: Die Burg Haut-Koenigsbourg. Die Burg datiert bis ins XII. Jahrhundert zurück. Sie wurde am Anfang vom XX. Jahrhundert von Bodo Ebhardt im Auftrag von Kaiser Willhelm II. vollständig und aufwendig restauriert. Diese Burg ist einfach der Hammer! Wir haben 2-3 Stunden gebraucht, um alles zu sehen und waren danach ganz schön verfroren, es waren nur 4 Grad und es war windig. Aber egal, das war toll.
Nach einem aufwärmendem Getränk in der Burgschänke, sind wir über den Col de la Fouchy in Richtung Villé gefahren. Dort haben wir, unserem Nachbarn zur Ehre, uns bei der Patisserie des Dorfes Eclair au Chocolat geholt. Man waren die geil!

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